A U S T R A L I E N
Vorbereitung zur Abreise
(Gerhard)
 

 

Wohnmobilverschiffung und alles drum herum....

Gleich vorweg einige grundlegenden Dinge.

1.) Eine Verschiffung des eigenen Fahrzeuges rentiert sich nur wenn man vor hat längere Zeit (über 1/2 Jahr Verschiffung mit Container / 1 Jahr mit RoRo-Fähre), in Australien zu bleiben. Wobei wirklich genau überlegt sei ob ein Kauf- oder Mietkauf eines Fahrzeuges nicht einfacher ist.
DENN EINFACH IST DIE GANZE SACHE NICHT!

2.) Sehr gute Englisch Kenntnisse (die wir nicht wirklich haben)

3.) Gute Computer Kenntnisse : Umgang mit Mail / SMS, Australische Telefon- und Internetverträgen bzw. Wertkarten, Bedienung (Sprachen download, Änderung der Grundeinstellungen usw..) von Navigationsgeräten, Auffinden aller möglichen und unmöglichen Dingen im Internet.
OHNE INTERNET GEHT'S WIRKLICH NICHT!

4.) Sehr, Sehr gute Nerven, um nicht schon von Sturheit zu sprechen

5.) Schluss Endlich, jede Menge "Bares" DENN BILLIG IST DIE SACHE NICHT!!

Unsere Erfahrungen:
Eigentlich begannen wir 1/2 Jahr vor dem geplanten Abreisetermin. Wir schrieben 12 Agenturen und Reedereien an. Von einigen bekamen wir gar keine Antwort, von einigen glatte Absagen. Übrig blieben 2 Anbieter, Seebridge und ein zweiter (Seichter Arno), der jedoch mit der gleichen Reederei (Wallenius) verschifft (zu dem später mehr).
Nach den ersten Mails erkannten wir schnell dass wir einen genauen Abreisetermin brauchten und den gibt es erst 2 Monate vorher, denn erst dann stehen die Fahrpläne der Reederei fest.

Was aber viel unangenehmer um nicht zu sagen "saublöd" ist, wir dürfen im Auto nichts mitnehmen!
Soll heißen: erlaubt ist NUR: Campingtisch und Sessel, Geschirr und Bettzeug! also keine persönlichen Dinge wie Kleidung, Schlauchboot, Außenbordmotor, Werkzeug, Fahrräder bzw. Sportgeräte sowie Ersatzteile für das Fahrzeug. Fernseher, Radio, Rückfahr-Monitore müssen ausgebaut sein und das Fahrzeug muss "optisch" leer sein! Also was fängt man damit an??
Unzählige Mails gehen zwischen uns und Seebridge hin und her, Schluss endlich mussten wir einsehen, es liegt nicht an der Agentur sondern an den Richtlinien der Reederei. Da aber nur die Reederei Wallenius Wilhelmsen Logistics Wohnmobile mit RoRo-Schiffen von Europa nach Australien verschifft, war der zweite Anbieter (welcher billiger war und alles versprach was wir wollen, obwohl dies nicht möglich ist) gestorben.
Wir buchten die Überfahrt und alles was dazu gehört also bei Seebridge. Wieder gingen unzählige Mails hin und her.

Für die Dinge die wir nicht mitnehmen durften, habe ich eine Lösung gefunden über die ich hier nicht unbedingt schreiben möchte. Aber wir haben sie mitgenommen, zwar nicht alles aber fast alles.
Frau Uschi, unsere Sachbearbeiterin bei Seebridge (sehr nett und geduldig!!) riet uns das Fahrzeug nicht wie geplant von Bremerhaven, sondern von Zeebrugge (in Belgien) zu verschiffen, da so ihre Aussage, die Deutschen Behörden schlimmer als die Steuer sind! Wir taten wie geraten und hatten endlich einen Abfahrtstermin (der sich später natürlich wieder änderte).

Nun begann es aufregend zu werden, die "todo"-Liste war Armlang und kaum war eins erledigt kamen 2 wieder dazu.
Ein kurzer Auszug der Liste:

1.) Eine Unfall- und Krankenversicherung mit einer Laufzeit von 365 Tagen
OHNE dieser darf man in AU für 1 Jahr NICHT einreisen! -> gefunden bei Hanse-Merkur über Internet

2.) Besorgen des "Carnet de Passage"-> gefunden bei ÖAMTC
Frau Küblbäck erwies sich als äußerst kompetent und hilfsbereit!
Für den Erhalt des Carnet muss eine Kaution von 80% des Fahrzeugwertes + 6300 EUR für die Einfuhr nach AUssi in Form einer Bankgarantie hinterlegt werden (den Fahrzeugwert durften wir selber schätzen, da GEN zu groß und zu schwer für die Besichtigungshalle war). So konnten wir die Hinterlegungskosten auf ein erträglichen Maß halten.

3.) Bankgarantie
Bei 2 Banken angefragt, schließlich bei unserer Hausbank abgeschlossen. Beim ersten Besuch bei der Sachbearbeiterin war die erste Aussage "das machen wir nicht und wozu brauchen sie das überhaupt". Also wieder langes hin und her bis es schließlich doch ging. Die Bearbeitungskosten und der Formelle Aufwand waren beachtlich.

4.) Ausstellen einer Generalvollmacht für eine Person unseres Vertrauens.
In unserem Fall der Bruder von Doris. Dies wurde von einem Notar erledigt, der natürlich auch gut leben will.........

5.) Postvollmacht
-> persönlich am Postamt erledigt! Somit kann eine Person unseres Vertrauens in Sachen anfallender Postangelegenheiten, agieren.

6.) Information unserer Abwesenheit an Banken und Kreditkarteninstitutionen.
Die Bankomatkarte gehört bei Geocontrol entsperrt, die Visa gehört über einen längeren Auslandsaufenthalt informiert (zur Ablage in den Akten), ansonsten ist nach 3 Monaten "Schluss mit Geld"!

7.) Beantragen des Visums für einen 1 jährigen Aufenthalt.
Mit einem normalen Touristen Visum (kostenfrei) ist es natürlich nicht getan, also beantragen wir das Visum i600 (135$ per Person) . Herrliche 18 Seiten im feinsten "Beamtenenglisch" ausfüllen und auf positive Beantwortung hoffen. Hat schließlich auch funktioniert, man glaubt ja nicht was die "AUssi-Beamten" alles wissen wollen -> Alles übers Internet abgewickelt.

8.) Flug/ Hotel / Mietauto buchen.
Hier sei angemerkt dass sich der Ankunftstermin unseres GEN natürlich verschoben hat und wir somit 1 Woche zu früh in Melbourne sind. Das Hotel das im Internet ganz gut aussah, erwies sich als Gefängniszellen ähnlich und wir schwören uns, das erste Hotel in einer neuen Destination, in Zukunft nur noch für 2 Nächte zu buchen.

9.) erstellen eines "Haus-Nachschlagewerkes"
Ein mit Foto und Texten ausgestatteter Ordner in dem unsere "Housesitter" alles notwendige über Heizung, abgedrehte Wasserleitungen, Rauchfangkehrer, etc. nachlesen können.

10.) Beauftragen einer Gärtner-Firma
Kümmern sich um Rasen mähen, Unkraut und zurückschneiden der Pflanzen

11.) Rundfunk und Fernsehgebühr abmelden

12.) Müll abmelden
Im "lustigen" Österreich kann man nur den Bio-Müll abmelden. Restmüll sowie Papier können nur abgemeldet werden wenn niemand auf der Liegenschaft gemeldet ist! Geht bei uns also nicht.

13.) "Einfrieren" des Telefon und Internetanschlusses.
Wir sind bei A1 Telekom, geht also bei uns nicht. Bei anderen Anbietern ist es möglich!

14.) Auto Versicherung still legen
Wir hinterlegen die Kennzeichen von Doris Suzuki bei der zuständigen Versicherung, somit fallen keine Kosten für max. 1 Jahr an (kann man aber nach 1 Jahr wieder verlängern lassen! hierzu ist entweder die persönliche Anwesenheit erforderlich oder man hat einen Bevollmächtigten).
Mein Auto bleibt angemeldet da wir Wechselkennzeichen mit GEN haben und die Kennzeichen mit nach AUssi nehmen.

15.) Reiseführer kaufen

16.) Medikamente (Verschreibungspflichtig) für ein Jahr besorgen

17.) Kopien aller wichtigen Papiere herstelle und mitnehmen

18.) Autos "aufbocken" und Batterien an Ladegeräte hängen -> sprich "ruhig stellen"

19.) Hauswasserleitungen abdrehen

20.) Heizung auf Minimum herunter fahren

21.) Diverse Stromkreise abschalten (Kühlschrank, TK usw)

A B H A U E N !!!

Da ich diese Liste im Nachhinein aus dem Kopf geschrieben habe, ist es durchaus möglich, dass ich das eine oder andere vergessen haben. Dem aber nicht genug gibt es noch eine zweite "todo" Liste, nämlich was ist nach der Ankunft in AUssi zu tun!

AUssi ToDo-Liste:

1.) Besorgen einer AU Telefonwertkarte bzw. Telefonvertrages.
Wir besorgen uns gleich am Flughafen einen 28Tage gültigen Vertrag (was anderes gibt es nicht!!! Alle "pre paid Karten sind NUR für 28 Tage gültig!! danach verfällt das GANZE Guthaben!) von Vodafone, war notwendig denn schon am Flughafen brauchten wir das Telefon um den Shuttleservice zum Mietwagen zu verständigen.

2.) Besorgen eines Mobilen Internet
Ist unbedingt notwendig um ins Internet zu kommen da der WIFI Preis des Hotels 20$ für 3 Stunden kostet, und nur 24 Stunden aktive ist. Auch auf diversen Camping ist WIFI kostenpflichtig!!

3.) Zwischenstecker für 220V - AUssi->EU
Ganz wichtig sonst gibt es keinen Strom für Laptop, Tel usw.
Blöder weise war unserer im GEN versteckt und wir mussten noch einen kaufen (gibt es in Elektronikläden oder am Campingplatz) Viel Besser von zu Hause mitnehmen!

4.) Printcard
Eine Plastikkarte um Dokumente aus zu drucken die ständig am Laptop eintrudeln.
Versicherung, Zoll, Mietverträge, Zahlungsbestätigungen usw.....

5.) Propangas Flaschen
Die EU Tausch- oder Eigenflaschen kann man getrost zu Hause lassen, da 1.) der Anschluss nicht passt und 2.) das füllen der Flaschen in AU anders abläuft als daheim.
Wir besuchten einige Geschäfte und durchforsten das Internet mehrmals mit mäßigen Erfolg. Nirgendwo gab es Gasflaschen zu kaufen. Erst nach 2 Tagen bekamen wir den Tipp zu "Super Gas" zu fahren und siehe da, wir waren plötzlich Besitzer von zwei 9kg Gasflaschen "brend new and full" um 100$ (in Melbourne, Sydney Rd. (Nr. ca. 1600, genau weiß ich es nicht mehr) am Stadtrand)

6.) Autoversicherung: Der ABSOLUTE ALPTRAUM
Man braucht unbedingt eine Versicherung die Personen und Sachschäden in ganz AU abdeckt, sonst bleibt man ganz schnell auf den Schadenskosten sitzen. Unser Agent Ryan hat zwar eine Versicherung für uns abgeschlossen, der Hacken daran ist aber, diese gilt nur für Personenschäden und das nur im Raum Victoria (genannt TAC) Ryan meint es ist ganz einfach und gibt uns Namen wie Allianz, Aon usw.....
Wir fahren sie alle an, haben aber keinen Erfolg! Entweder stimmt die Adresse nicht oder es ist keiner da oder man kann nichts für uns tun. Wir wenden uns ein 2. Mal an den AU-Automobilclub, diesmal aber 230km außerhalb von Melbourne, in einer kleinen Stadt namens Echuca. Nach 3,5 Stunden und einer äußerst bemühten Managerin von ARCV, gelingt das Unmögliche. Wir haben eine 1-jährige Versicherung für 1000 $.
Wir feiern "Party"!!!

7.) Besorgen eines "Free Campsites" und Campground- Führers
Erhältlich in Buchläden.

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