A U S T R A L I E N
von 13.03.2016 - 10.03.2017
 

Von Broome nach Fitzroy Crossing und Tunnel Creek


15.06 - 22.06 Eighty Mile Beach -> Broome (Gerhard)

Im Kühlschrank sowie im Tiefkühler ist nur noch kalte Luft und sogar alle unsere Laden für haltbare Lebensmittel sind leer, es wird Zeit für einen Großeinkauf!
In Broome, 374km weiter, kommt die schon übliche Routine...... Leihwagen mieten, einkaufen gehen und für 8 Nächte im Caravanpark einbuchen.
Broome ist ein nettes Städtchen und mit seinen niedrigen Häuschen und den Palmen versprüht es ein tropisches Flair. Der Caravanpark (Vacation Village) ist nicht sonderlich schön aber mit dem PKW ist dies kein Problem.
Als wir wieder einmal in der Stadt herumfahren stolpern wir über den "Kitsch und Krempelmarkt"(Courthouse Market) der Stadt. Viele Künstler-, Ramsch- und Textilstände gibt es hier und einen besonderen Stand mit "Game Fishing", heißt bei uns Hochseefischen, bis jetzt unleistbar (ca. 1300$) gibt es hier eine Tour für 400$. Also buchen wir es.... WIR stimmt natürlich nicht da Doris schon beim Anblick des Bootes Seekrank wird :-)
Am 19.06 ist es soweit, mit einem Australischen Pärchen, dem Skipper Ben und dem Bootsmann Ringo, geht es um 7:45 los. Wir fahren mit einer 10m Jacht hinaus aufs offene Meer. Die See ist rau und wir schippern Stunden herum...... außer einer Makrele fangen wir nichts! -insgeheim habe ich schon abgeschlossen als da plötzlich Ringo zu mir sagt ich soll auf die andere Seite vom Boot kommen und in diesem Moment biegt sich auch schon die Rute. Er übergibt sie mir (ein wenig wie im Kindergarten für Fischer) aber was soll's, ich glaube ein D-Zug hängt am Hacken :-) Alle Angeln werden eingeholt und der Skipper fährt rückwärts in Richtung Fisch (ansonsten wäre es genau so wie wenn man den Versuch startet einen Zug zu drillen).
Nach einer gefühlten Ewigkeit ist es soweit, ein Segelfisch, so um die 2m, springt 2x aus dem Wasser (wie im Film), es dauert noch ewig bis ich ihm beim Boot habe, im klaren Wasser sehe ich den Prachtkerl schon und Ringo greift nach dem Vorfach........ und aus ist es :-( im letzten Moment hat sich der Kerl losgerissen..... also kein Siegerfoto (shit happened). Danach tut sich auch nichts mehr, wir sehen jagende Tunfische, Delphine und Schwärme von Spanischen Makrelen, aber anbeißen will keiner mehr. Trotz allem war dies der "Traum-Drill" meines Fischerdaseins.
Wer in Broome ist muss zu Malcolm Douglas, der Filmlegende, mit seiner Krokodilfarm. Wir waren schon einmal hier, aber wer Blue (ein 5m langes Kroko) sieht wenn es aus dem Wasser stürzt und sich über den Fischkadaver her macht mit denen er gefüttert wir, der spürt schon ein wenig Gänsehaut im Angesicht dieser Urzeitmonster, und von dieser Art gibt es wahrlich genug hier.
Ja.... was gibt es noch in Broome? Wir gehen gut essen am Cable Beach, gehen Golf spielen (obwohl der Platz sehr schön und einfach ist, für uns ist es ein wahres Desaster nach so langer Golf Abstinenz), spazieren in Chinatown herum, besuchen die Pearl Lugger, ein Schiff das zur Perlensuche verwendet wurde und genießen das kleine aber feine Stadtleben.
Nach Sonnenuntergang gibt es einmal im Monat für 3 Tage ein besonderes Spektakel, den "Staircase to the Moon". Wir sind skeptisch, fahren aber trotzdem zu den Mangrovenstrand und wie geahnt stehen mit uns geschätzte 1000 Menschen und starren in die Dunkelheit. Aber diesmal ist es anderes, der Mond geht auf als würde die Sonne aufgehen. Blutrot erhebt er sich aus dem zurückweichenden Meer wodurch der Eindruck entsteht, dass es sich bei der Reflektion im Wasser um Stiegen handeln würde. Ein wirklich schönes Schauspiel.
Die Zeit in Broome geht zu Ende. Wir gehen nochmals auf Großeinkauf, besuchen Norma und Mike die wir am Eighty Mile Beach kennengelernt haben, geben unseren Hyunday zurück und brechen am nächsten Morgen nach Derby auf.

Norma & Mike unsere AU Freunde

Broome - Game Fishing

Broome - Staircase to the Moon

Malcolm Douglas Wilderness Park

Malcolm Douglas Wilderness Park

Malcolm Douglas Wilderness Park
 

23.06 - 26.06 Broome -> Derby (Gerhard)

Von Derby haben wir uns eigentlich mehr erwartet.
Der Caravanpark (Kimberley Entrance) ist nett, dafür taugt das Städtchen nichts, aber es gibt einen Jetty! Von wegen bei Sonnenuntergang zum Steg angeln GEHEN...... am ersten Tag gehen wir zu Fuß....... 2,5km durch das staubige nichts...... dann gelangen wir zum staubigen Steg. Na ja, nicht berauschend aber einen Fischerversuch wert für morgen.
Am nächsten Tag fahren wir am Abend mit GEN zum Jetty. Doris bleibt im Auto, kümmert sich ums Internet und das leibliche Wohl. Als ich vom erfolglosen Angeln zurück komme, erzählt sie mir von Unmengen winzigen schwarzen Mücken die grausam beißen oder stechen. Vor der Rückfahrt zum Caravanpark sprüht Doris die Hütte mit einer halben Flasche "mache alles tot" aus, womit eigentlich alles erledigt sein sollte. Doch die Tatsachen sehen anders aus. Am nächsten Morgen bin ich mir sicher das Doris die Röteln hat..... NEIN natürlich nicht die Röteln, aber bei so vielen roten Flecken könnte man schon daran glauben. Es dauert 3 Tage und ein paar Tabletten, bis die allergische Reaktion auf die beißenden Mistviecher vergeht. Da ihr die Viecher scheinbar nicht genug waren, beschließt sie am nächsten Tag zum örtlichen Friseur zu gehen :-) Widererwarten schafft der Meistro (bzw. Frau Meistro) doch einen ansehnlichen Kurzhaarschnitt.
Am letzten Tag in Derby wagen wir noch einen Golf Versuch. Der Platz ist ebenfalls schön und einfach, kostet nur 30$ für zwei Personen, und siehe da es geht wieder ein wenig besser.
 

Derby - Lokal bei Jetty

Derby Jetty

Prison Tree bei Derby


27.06 - 29.06.06 Derby -> Fitzroy Crossing -> Tunnel Creek -> Geikie Gorge (Gerhard)

Um 10:00 verlassen wir Derby und besuchen noch den "Prison Tree" der nur 7km entfernt liegt. Es ist ein Affenbrotbaum der ca. 1500 Jahre alt ist und gut 14m im Durchmesser hat! In vergangenen Zeiten wurde dieser Baum als Gefängnis genutzt!
Ursprünglich hatten wir vor die Gibb River Road bis Fitzroy Crossing zu fahren, sind ca. 200km Offroad. Dies haben wir dann doch kurzfristig verworfen und sind über die A1 nach Fitzroy gefahren um unseren GEN zu schonen! Tunnel Creek (wäre auf der Strecke gelegen) wollten wir jedoch sehen und beschlossen deshalb in Fitzroy eine Tour dort hin zu buchen.
In Fitzroy angekommen mussten wir leider feststellen das es keine Touren gibt?!?! Diese gehen leider nur von Derby weg.... na was soll's, wir müssen also selber fahren.
Der Caravanpark in Fitzroy (River Lodge) ist fast ausgebucht und somit stehen wir auf einem Platz ohne Strom.... ziemlicher Mist!
In der Touristeninfo buchen wir eine Führung im Tunnel Creek, mit Einheimischer Begleitung und Rauchzeremonie (für 60$ p.P.) Wer weiß schon wie es dort aussieht.... und ein Führer ist sicher nicht schlecht.
In der Nähe der Touristeninfo liegt der "Geikie Gorge", eine Schlucht im Fitzroy River aus Korallenriff-Gestein! Die dort angebotenen Bootstour beginnt auch erst um 14:30, also noch lange hin. Wir beschließen gleich zum Tunnel Creek aufzubrechen und dort die Nacht zu verbringen. 40km Highway und dann stehen wir auf einem Abschnitt der Gibb River Road (der Reiseführer spricht von einem "Softadvanture") die uns zum Tunnel Creek führt........... oh Mann.... von wegen ein WENIG Abenteuer. Die 85km bis zum Tunnel Creek erweisen sich als höllische Rüttelpiste. Zeitweise glaube ich unser Auto löst sich auf. Egal ob mit 20kmh oder 60kmh, es haut einem die Plomben aus den Zähnen. 2 Wasserdurchfahrten und um 16:00 sind wir am Ziel. Die Nacht ist angenehm ruhig (kein Wunder im "Mitten vom Nichts")
29.06 Trau keinem Prospekt!
Seit Sonnenaufgang trudeln die Besucher ein. Wir stehen wie abgemacht um 9:00 am Eingang. Ein Toyota hält, der Führer, eine Frau und ein Jugendlicher steigen aus (alle samt Aborigines). Ein Klapptisch wird aufgestellt, ein Kübel mit Zweigen und Blättern befüllt und wir warten auf den großen Andrang von allen Anwesenden zu der Tour. Doch weit gefehlt......... nur ein Australisches Pärchen mit 3 Kindern gesellt sich zu uns. Kein Wunder.... die 750m durch den Tunnel Creek kann jeder der eine Taschenlampe hat und sich nass machen will, alleine bewerkstelligen. Na schauen wir mal wofür die 120$ waren.
Die Zweige im Kübel werden angezündet und alle Anwesenden, also wir 7 zahlenden Deppen, einmal durch den Rauch geführt, danach geht's in die Höhle. Zugegeben, die kann was!!
Der Fitzroy River hat sich durch eine riesige Höhle gegraben, wir sehen Stalaktiten in der Größe von U-Booten. Zeitweise muss man durch knietiefes Wasser waten, ansonsten gibt es aber keine Schwierigkeiten.
In der Hälfte des Weges setzt sich unser Führer in den Sand und bittet uns Platz zu nehmen. Ab jetzt weiß ich was sich die Einheimischen vor den Schnapsläden für Geschichten erzählen....... Nach über 40min sind wir über die Traumzeit und allen Viehtreibern die jemals in der Gegend waren informiert (uns wären fast die guten Manieren entglitten), danach geht's zum Höhlenende und zurück zum Ausgangspunkt. Wir werden freundlich verabschiedet und "Gott soll uns beschützen". Kommentar von Doris "Wir reden nicht darüber"...
Wir rütteln die 85km zurück (Schäden nach 170km Gibb River Road: Das linke Dreiecksfenster hält nicht mehr, der Kompass hat sich verabschiedet weil sich die Halterung aufgelöst hat, die 12V Steckdosen haben sich rausgerüttelt, die Außenspiegel stehen auf "halb 9"..... Gott sei Dank nur Kleinigkeiten, aber wer weiß wie GEN nach 600km, also der gesamten Strecke, aussehen würde).
Da wir gut in der Zeit liegen fahren wir gleich anschließend zur Geikie Gorge Bootstour. Wirklich angenehm eine Stunde am Fluss herum zu schippern nach dem Staub und dem Gehoppel!
Der gute alte Fitzroy River hat sich tief ins Gestein geschnitten, der Unterschied zwischen Trocken- und Regenzeit, im Wasserstand, sind oft über 14m. Das Gestein ist durch die Jahrtausende zu skurrilen Zacken und Gebilden geformt worden. Von Weiß bis über Gelb und Rot sind alle Farben zu sehen. An den Sandbänken sonnen sich Süßwasserkrokodile und im Fluss sollen sich riesige Baramundi tummeln, doch mit fischen sieht es für mich traurig aus. Ohne 4WD PKW gibt es keine Chance zum Fluss zu kommen. Wir buchen wieder eine Nacht in der River Lodge und morgen fahren wir weiter zu den Bungle Bungles!

 

Tunnel Creek

Tunnel Creek

Geikie Gorge
 
<-Zurück Weiter ->

Home  Gen on Tour  unser Womo namens GEN